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Menopause im Unternehmen: Risiko oder unterschätztes Potenzial?


Warum Frauen 40 – 60 oft die stabilsten Leistungsträger sind – wenn das biologische Fundament stimmt.

Viele Unternehmen sprechen über Stress, mentale Gesundheit und New Work, aber kaum jemand spricht darüber, dass Menopause nicht nur ein privates Frauenthema ist, sondern ein Faktor für Leistungsfähigkeit im Arbeitsalltag.

Wenn Menopause unterschätzt wird, verliert ein Unternehmen nicht ‚Mitarbeitende‘ – sondern den unsichtbaren Klebstoff im System: Erfahrung, Konfliktkompetenz, Verantwortung und Ruhe im Team. Genau das, was heute vielen jungen Bereichen fehlt.

Frauen zwischen 40 und 60 führen Projekte, moderieren Konflikte, halten Teams stabil, trainieren Nachwuchskräfte und tragen entscheidendes Fachwissen. Genau diese Generation ist das Rückgrat vieler Organisationen – und dennoch wird sie in der betrieblichen Gesundheitsstrategie oft nicht erwähnt.

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Jegliche Ähnlichkeit mit einer realen Person ist rein zufällig.

Was im Körper wirklich passiert: Es ist kein Hormonproblem

Das Missverständnis liegt darin, dass die meisten Beschwerden nicht im Hormon selbst entstehen, sondern in der Art, wie das Gehirn, das Immunsystem und der Körper diese Umstellung abfedern können.

Die hormonelle Umstellung macht das Nervensystem empfindlicher, die Folgen sind:
– Schlaf, Konzentration und Stressverarbeitung geraten schneller aus dem Gleichgewicht.

Nicht, weil Frauen „schwächer“ werden, sondern weil ihr Körper einen Schutz verliert, der vorher selbstverständlich war. Sinkt dieser Schutz, arbeitet das Gehirn unter höherem Grundstress. Genau dann entscheiden sich Führung, Belastbarkeit und Regeneration nicht über Willenskraft, sondern über Biologie. In meiner bisherigen Arbeit erlebe ich häufig, dass Frauen mit einem stabilisierten biologischen Fundament spürbar besser durch diese Phase kommen – keine medizinische Aussage, sondern Erfahrungswerte aus der Praxis.
Wenn Unternehmen diese Phase ignorieren, verlieren sie Leistung und Wissen – nicht, weil Frauen nicht belastbar wären, sondern weil körperliche Systeme überfordert sind.

Studien/Quellen ☞

1. Maki, P. M., & Henderson, V. W. (2016). | Menopause as a neuroendocrine transition. | Nature Reviews Disease Primers, 2, 16056.
→ Menopause ist eine neuroendokrine Umstellung: Beschwerden entstehen durch veränderte Reizverarbeitung im Gehirn, nicht durch den Hormonwert allein.

2. Freeman, E. W. (2010). | Neuroendocrine pathways and the central role of the hypothalamus in menopausal symptoms. | American Journal of Medicine, 118(12), 1401–1408.
→ Hitzewallungen, Schlafprobleme und Stimmungsschwankungen entstehen durch eine veränderte Thermoregulation im Hypothalamus.

3. Brinton, R. D. (2009). | Estrogen and the Brain: Mechanisms, Pathways, and Clinical Implications. | Neuron, 58(1), 1–14.
→ Östrogen schützt Gehirn und Nervensystem; wenn dieser Schutz wegfällt, steigt die Stress- und Entzündungsanfälligkeit.

4. Estrogen‑immuno‑neuromodulation disorders in menopausal women (Zhang et al., 2024, Frontiers)
→ zeigt auf, wie der Östrogenabfall in der Menopause das Immunsystem verändert und neurologische Beeinträchtigungen fördern kann.

Interessante Perspektive: Wie häufig sind jüngere krank im Vergleich mit älteren Jahrgängen

Aktuelle Zahlen der TK zeigen ein Bild, das viele Unternehmen überrascht:
Im Bundesdurchschnitt gaben 59% der jungen Erwachsenen an, sie seien manchmal oder sogar häufig psychisch belastet.
In vielen Firmen beobachten Führungskräfte zudem, dass sich junge Beschäftigte häufiger krankmelden als ältere Kolleginnen und Kollegen – rechts eine Statista Übersicht.
Dabei geht es nicht darum, Generationen zu vergleichen um sie gegeneinander auszuspielen: Es geht ausschließlich darum Frauen die Angst zu nehmen, über die Wechseljahre zu sprechen, ohne als „abgestempelt“ zu gelten.

Das alte Bild – ältere Mitarbeitende seien gesundheitlich fragiler – gilt längst nicht mehr. In Wahrheit sind Frauen zwischen 40 und 60 häufig der stabilste Teil einer Organisation, wenn ihr biologisches Fundament stimmt. Sie bringen Erfahrung, innere Resilienz, Konfliktkompetenz, klare Kommunikation und Loyalität mit. Diese Faktoren sind messbare wirtschaftliche Größen: Teamstabilität, Fluktuationskosten, Krankheitsquote und Kundenerhalt hängen davon ab, ob erfahrene Menschen im System bleiben.

Daten basieren auf Auswertungen von TK-/DAK-Gesundheitsreports sowie internationalen Gesundheitsstatistiken (Gallup, OECD, WHO). Werte dienen zur visuellen Darstellung,
Quellen: siehe Fußnote.1

Warum Hormone allein nicht reichen

Viele Unternehmen – und tatsächlich auch viele Frauen – wissen kaum, was in dieser Phase wirklich passiert.
Denn die Menopause gilt bis heute überwiegend als reines „Hormonproblem“. In der medizinischen Ausbildung liegt der Fokus auf Östrogen und Hitzewallungen – nicht auf dem Gehirn.

Dabei weiß man längst: Die Menopause ist ein sogenannter neuroendokriner Übergang, das heißt:
Das Gehirn muss die hormonelle Umstellung (= endokrin) neu regulieren. Schlaf, Stimmung, Reizverarbeitung, Stressphysiologie und Erholung werden im zentralen Nervensystem (= neuro) gesteuert. Genau dort entstehen die Beschwerden, die im Arbeitsalltag sichtbar werden.

Hormone können helfen – aber sie ersetzen nicht die Anpassung im Gehirn.
Wenn das Nervensystem überlastet ist, bleibt die Erschöpfung oft bestehen, selbst wenn Laborwerte „in Ordnung“ sind.

Genau hier liegt die Chance für Unternehmen:
Mit dem richtigen Wissen lassen sich Rahmenbedingungen schaffen, die das Gehirn in dieser Übergangsphase stabilisieren – für besseren Schlaf, eine ausgeglichene Stressregulation, höhere kognitive Belastbarkeit und mehr innere Ruhe.

Natürlich reagiert jede Frau individuell. Aber in meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Wenn das biologische Fundament stimmt, verändert sich spürbar viel – im Alltag, in der Leistungsfähigkeit und im Wohlbefinden.

Viele Frauen erhalten Hormone und fühlen sich trotzdem müde, reizbar oder schlaflos. Andere verzichten auf Hormone und kommen erstaunlich gut durch diese Zeit.
Der Unterschied ist selten Zufall – und fast nie reine Willenskraft. Es ist Biologie: Kann das System ausgleichen – oder ist es überlastet?

Genau hier liegt die Chance für Unternehmen und Organisationen.

Mit dem richtigen Wissen lassen sich die Bedingungen schaffen, die das Gehirn braucht:

  • bessere Stressverarbeitung,
  • erholsamer Schlaf,
  • stabile Konzentration,
  • mentale Belastbarkeit und
  • weniger innere Erschöpfung.

Und das gilt nicht nur in der Übergangsphase – das Gehirn braucht dieses Fundament ein Leben lang. Natürlich reagiert jede Frau individuell. Aber in meiner Arbeit zeigt sich immer wieder, dass ein stabiles biologisches Fundament spürbare Veränderungen bringt:

  • im Alltag,
  • in der Leistungsfähigkeit und
  • im Wohlbefinden.

Für Unternehmen ist das kein Frauenthema, sondern ein Wirtschaftsthema.

Wenn Frauen in dieser Lebensphase ausfallen,

Die großen Arbeitgeber in Großbritannien (z.B. HSBC Bank, Aviva Versicherungen, M&S Einzelhandel) machen es bereits vor – dort gehört Menopause-Awareness in vielen Firmen zum Standard des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Der deutschsprachige Raum hängt zurück, aber der Bedarf wächst rasant.

Das biologische Fundament: Vier Systeme, die Stabilität bringen

Die Lösung ist erstaunlich pragmatisch: Frauen brauchen kein medizinisches Spezialwissen und keine langen Programme. Entscheidend ist das „biologische Fundament“.

Dazu gehören vier zentrale Bereiche:

  1. Die Bausteine für Gehirn und Nerven, damit Konzentration, Emotionen und Stressphysiologie stabil bleiben.
  2. Schutz- und Signalsysteme für Immunsystem, Knochen, Muskeln und Energie.
  3. Reparatur und „Müllabfuhr“, also die Fähigkeit des Körpers, Stressstoffe abzubauen und nachts wirklich zu regenerieren.
  4. Nervenberuhigung und Schlafregulation, damit Belastung nicht dauerhaft im System bleibt.
    • Und als add-on: Einfache, dennoch sehr effektive Methoden, die im akuten Stress das Nervensystem beruhigen und emotionale Schwankungen in Balance bringen können.

Wenn diese Bereiche gestützt werden, berichten viele Frauen, dass sie wieder so „funktionieren“ wie vorher:
klare Gedanken, ruhiger Schlaf, bessere Entscheidungen, mehr Geduld, mehr Energie, weniger Reizüberflutung.
Natürlich werden in meinen Programmen auch Themen wie Bewegung, Schlafen, ausreichendes Trinken, etc. vermittelt.

Was Unternehmen konkret gewinnen
Für ein Unternehmen bedeutet das: weniger Krankenstand, weniger Reibungsverluste, weniger stille Überlastung und ein stabilerer Kurs in Führung und Zusammenarbeit.


Warum dieses Wissen in Deutschland kaum verbreitet ist

Das dieses Thema so wenig sichtbar ist, liegt nicht an Ärzten, sondern am System.

Genau hier braucht es Brücken zwischen Wissenschaft, Praxis und Arbeitswelt.

Es geht nicht darum, Frauen „besonders“ zu behandeln. Es geht darum, Wissen zu vermitteln und damit Bedingungen zu schaffen, unter denen sie im System bleiben können – und zwar gesund, klar und leistungsfähig.

  • Medizin arbeitet evidenzbasiert, aber ein großer Teil der Forschung und Ausbildung ist pharmalastig.
  • Es gibt klare Leitlinien für Hormone – aber kaum systematische Aufklärung über die biologischen Grundlagen, die den Unterschied machen.
  • Prävention lässt sich schlechter abrechnen als Medikamente, und Ernährung oder Regeneration gelten oft als „Lifestyle“, nicht als medizinischer Faktor.

FAZIT:
Unternehmen, die Frauen 40+ besser verstehen und biologisch unterstützen, sichern Leistung, Erfahrung und Teamstabilität – es ist kein Kostenpunkt, sondern ein Ertragsfaktor.

Die entscheidende Botschaft für Unternehmen lautet: Menopause ist kein Risiko. Unwissen darüber ist ein Risiko.

Frauen in der Menopause sind kein „Kostenfaktor“ und kein „Problemfall“. Sie sind eine der zuverlässigsten Ressourcen im Unternehmen. Ein Unternehmen, das dieses Potenzial erkennt, schützt nicht nur die Gesundheit, sondern den Kern seines Erfolges: Erfahrung, Stabilität, Entscheidungsqualität und Vertrauen.

Die Zukunft gehört Unternehmen, die Gesundheit nicht nur kurieren, sondern verstehen. Wer Menopause professionell begleitet, gewinnt mehr als Arbeitskraft – man gewinnt Kultur, Loyalität, Wissen und Kontinuität.

Quellen Charts ☞

Fehlzeiten / Krankschreibungen nach Altersgruppen

Mentale Erschöpfung, Burnout, psychische Belastungen

  1. ↩︎
Petra Segger
Petra Segger

Das Gedächtnis ist nur dann leistungsfähig, wenn das Gehirn gesund ist.
Ich gebe Impulse zu Gehirn-Nahrung, Zahlen, Daten, Fakten und Studien – und zeige, wie ein gehirngesunder Work & LifeStyle mentale Leistungsfähigkeit und Klarheit für Leadership und Teams im heute stärkt und später sogar Demenz vorbeugen kann.

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